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Aktuelles
Christian Boltanski: Totentanz II, 2002
Aus der Reihe Théâtre d' Ombres

- Théâtre d'ombres, 2002
Mit seiner Installation "Totentanz" aus der Werkreihe "Théâtre d‘Ombres" knüpft Christian Boltanski sowohl an seine Intention der Spurensicherung an, als auch an die alte Tradition der Schattenspiele: zahlreiche Kupferfiguren hängen an vier kleinen Gerüsten, beleuchtet, von Ventilatoren bewegt, werfen sie große, unheimlich anmutende Schattenfiguren an die Wände des ehemaligen Brauereikellers. Es sind „Urbilder, die unbewusste Erinnerungen auslösen, also Bilder, die oft mit Bildern aus unserer frühsten Kindheit in Beziehung stehen: Archetypen, die jedem erlauben seine eigene Geschichte zu erzählen“, so Boltanski.
In der in Unna zu sehenden Arbeit sind es Bilder von Teufeln und Engeln, von Hexen, Geistern, Feen, Skeletten und Masken. Bilder, die für den Betrachter in unerreichbarer Entfernung hoch an der Wand schweben und dabei jeden individuell an die eigene Kindheit oder an böse Träume erinnern und das spannungsreiche Verhältnis von Tod und Leben aufscheinen lassen.

- Christian Boltanski
Christian Boltanski *1944 in Paris
Schon in den 1960er Jahren wird Boltanski mit avantgardistischen Kurzfilmen und der Veröffentlichung von Notizbüchern bekannt, in denen er zunächst seine eigene Kindheit, später die reale oder fiktive Existenz zahlloser fremder, meist verstorbener Personen nachzeichnet. Boltanskis größtes Thema ist die Spurensicherung. Die Rekonstruktion und Dokumentation individueller Lebenslinien anhand einfachster Materialien wie Fotografien, Zeitungsausschnitte oder alter Kleider steht neben der Inszenierung von fiktiven Schicksalen. Mit Kerzen oder künstlichem Licht angestrahlt, lässt Boltanski seit den 1980er Jahren die Schatten marionettenhafter Figuren über die Wände tanzen.






