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International Light Art Award

Aktuelles

02.08.2016

1. Nacht der Lichtkunst am 26.11.2016

Gebündelte Lichtkunst mit großer Strahlkraft mehr…

26.06.2016

Unsere Extras für Familien

Für Familien bietet das Zentrum für Internationale Lichtkunst speziell zugeschnitte Angebote: FAMILIENFÜHRUNGEN Die... mehr…

26.06.2016

Skyspace zur blauen Stunde

Die Sonderöffnungszeiten am Donnerstag und Samstag und die Anmeldedaten finden Sie hier. mehr…

26.06.2016

NEU: Öffentliche Fotoführung

Die nächste öffentliche Fotoführung findet statt am Montag, 10. Oktober 2016. Verbindliche Anmeldung notwendig.... mehr…

25.06.2016

"Führung mit Fondue"

Kooperation mit dem Bistro "Refugio" mehr…


¡DARK!

+ Dark II (two, too)

26.09.2015 – 03.04.2016

Anthony McCall (UK), Diana Ramaekers (NL), Regine Schumann (DE), Vera Röhm (DE), Lucinda Devlin (US)

Dunkelheit verschluckt die Welt um uns herum. Ein Raum ohne Licht, ohne Schatten und ohne Farben hat etwas Beängstigendes oder Verstörendes. Die fast vollständig dunklen Ausstellungsräume im Zentrum für Internationale Lichtkunst hüllen die Besucher ein und lassen erst nach einer kurzen Phase der Gewöhnung die Kunstwerke der Ausstellung ¡DARK! erkennbar werden. Die Arbeiten von Anthony McCall, Diana Ramaekers, Regine Schumann und Vera Röhm kreieren „Oberflächen aus Licht“. Sie verdrängen das Dunkel und werden doch erst in der Dunkelheit lebendig.

Das Konzept der Ausstellung beinhaltet, dass die BesucherInnen in der Lage sind, jede einzelne Installation zu betreten oder durch sie hindurchzugehen. Sie interagieren so mit den Arbeiten und werden Teil der Kunstwerke.

Die begleitende Ausstellung DARK II analysiert und interpretiert den Begriff „dunkel“ unerwartet und eindrucksvoll. DARK II spürt der Dunkelheit in der Seele des Menschen nach - in dem metaphorischen Spiel aus Licht und Schatten, dem Sichtbaren und Unsichtbaren. Die Ausstellung wird von der Galerie m Bochum als Gast kuratiert, gezeigt wird die Serie The Omega Suites der US Fotografin Lucinda Devlin. 

Anthony McCall: Meeting You Halfway II (2009)

Anthony McCall wurde Anfang der 1970er für seine individuellen Lichtinstallationen bekannt, die sogenannten „Solides Licht“-Filme. McCall entwickelte damit eine Signaturtechnik für seine Arbeit: Animierte Linien in Schwarz-Weiß werden in einen mit feinem Kunstnebel gefüllten Raum projiziert, so dass die zweidimensionalen Zeichnungen als scheinbar greifbare, skulpturale Formen im realen Raum artikuliert werden. Von Anfang an stellte der Künstler hiermit das Kino auf den Kopf und kreierte vollständig durchquerbaren, populistischen Raum.

So existieren seine Werke an den Grenzen zu Kino, Skulptur und Zeichnung. Die Werke sind flüchtig und scheinen doch greifbar, physisch. Horizontal durch den Raum auf eine Wand oder – wie in seinen jüngsten Werken – von der Decke auf den Boden projiziert, hüllen sie den Betrachter ein in einen einzelnen, sich langsam bewegenden Kegel aus Licht.

Die Arbeit Meeting You Halfway II (2009) ist ein Beispiel seiner horizontalen Arbeiten, die den Betrachter integrieren. Die Installation kombiniert und teilt verschiedene Konfigurationen zweier Ellipsen. „[I]m drei-dimensionalen Raum erschafft dies eine komplexe skulpturale Form in einem Zustand langsamer, konstanter Veränderung“, beschreibt es McCall. Es ist zudem wie ein Film, denn „auch wenn man es erkundet, wird es sich fortlaufend entwickeln und verändern“. Die Arbeit reiht sich somit in die lange Reihe der „Solides Licht“-Film-Arbeiten ein, deren erstes Werk aus den 1970ern, Line Describing a Cone, zu einem Klassiker des Avantgarde-Kinos geworden ist.

Anthony McCall, geboren 1946 in St. Paul’s Cray, UK, lebt und arbeitet in New York, USA.

Solides-Licht-Installation: Video/Film, Computer, digitale Datei, Video-Projektor, Nebelmaschine. Laufzeit: 15 Minuten.
Courtesy of the artist und Galerie Thomas Zander, Köln.

Quelle: Light Show, Hayward Gallery, Southbank Centre, London, 2013 und Galerie Thomas Zander, Köln.

Diana Ramaekers: Sensing the Light (2015)

Die niederländische Künstlerin Diana Ramaekers wird eine neue, ortsspezifische Installation für die ¡Dark!-Ausstellung schaffen. Bewegung ist Teil auch ihrer Arbeit, allerdings nicht durch Verwendung von Film wie in Anthony McCalls Fall, sondern verursacht durch zwei große Spiegel. Die Lichtchoreographie wird auch in diesem Fall durch Kunstnebel sichtbar gemacht. Drei große Theaterscheinwerfer und die sich bewegenden Spiegel produzieren eine große Lichtskulptur, die von den BesucherInnen erkundet werden kann: In der reaktiven Licht-Rauminstallation Sensing the Light werden die BesucherInnen zu einem Teil der Lichtbilder, denn abhängig von ihrer Position im Raum verändern sie die Lichtgebilde. Das materialisierte Licht tastet sich langsam durch den Raum, an den Wänden, dem Boden und der Decke entlang, und streift hier und da den Betrachter. Das Licht wird als greifbar, als dinglicher Körper erfahren; es kommt den BesucherInnen manchmal zu nahe. Hier wird deutlich, dass Licht nicht nur eine poetische, sondern auch eine kraftvolle und zerstörende Natur annehmen kann.

Diana Ramaekers, geboren 1970 in Kerkrade, lebt und arbeitet in Chèvremont, NL.

Die räumliche Lichtinstallation Sensing the Light wird aufgebaut mit 3 „Moving Heads“-LED-Projektoren, 1 Rauchgerät, DMX-Steuerung und Spiegeln.

Regine Schumann: Jump! (2012 | 2014) 

Das Kunstwerk Connect, Back to Back steht durch seine vielfarbige und spielerische Aura in scharfem Kontrast zu den übrigen vollständig in Schwarz-Weiß gehaltenen Werken der Ausstellung. Es ist eine Installation aus wellenförmigen Acrylglasplatten in phosphoreszierend blauen und fuchsienroten transparenten Farbtönen, die durch den Ausstellungsraum mäandern. Die Installation lädt zu einem entspannten Spaziergang durch sie hindurch ein, während dessen sich der Betrachter mit neuen Blickwinkeln, neuen Perspektiven und neuen Farberfahrungen konfrontiert sieht. Die Objekte reichen bis auf Schulterhöhe, so dass die BesucherInnen das wellenartige Labyrinth überblicken können. Die Acrylplatten werden durch die Verwendung von Schwarzlicht akzentuiert, was bewirkt, dass die Objekte Lichtlinien durch den Raum ziehen und infolgedessen zu graphischen Elementen werden.

Die Architektur ist bei Regine Schumann der Ausgangspunkt, die Basis all ihrer Überlegungen. Der Raum fordert und bestimmt all ihre Überlegungen zu Farbe, Form, Licht und Inszenierung. Das Einbeziehen weiterer gestalterischer Elemente wie Tanz und Sprache sind eine logische Konsequenz ihres Strebens nach dem Gesamtkunstwerk und ergänzen die Installation Connect, Back to Back zum Kunstwerk Jump!

Regine Schumann, geboren 1961 in Goslar, Deutschland, lebt und arbeitet in Köln.

Regine Schumann, Connect, Back to Back, 2015, Fluoreszierendes Acrylglas, 110 x 260 x 10 cm

Quelle: Sabine Weichel

Vera Röhm: Die Nacht ist der Schatten der Erde (2005-Heute)

Die Nacht ist der Schatten der Erde ist eine ständig wachsende Arbeit. Seit 2005 sind mittlerweile 66 Kuben in 66 Sprachen entstanden. Sprachlicher Ausgangspunkt der Textkuben ist ein Satz des deut-schen Gelehrten Johann Leonhard Frisch (1666-1743). In knapper, anschaulicher Form vollzieht Frisch mit dieser Formulierung einen radikalen Perspektivwechsel: weg von den zahllosen unterschiedlichen Nachtatmosphären, die je nach subjektiven, kulturellen, jahreszeitlichen oder geographischen Gegeben-heiten variieren können, hin zu einer kosmischen Betrachtungsweise des Phänomens Nacht.
In unterschiedlichen Sprachen – von Deutsch und Französisch über Finnisch und Griechisch bis hin zu Hebräisch und Thailändisch – lässt Vera Röhm den Satz „Die Nacht ist der Schatten der Erde“ sich aus den Seitenflächen schwarz lackierter Aluminiumkuben mit einer Kantenlänge von 75 cm herauslösen. Jede Sprache erhält dabei ihren eigenen Kubus; die mittels Laser ausgeschnittenen Sätze werden mit weißem Mattglas hinterlegt und die Aluminiumwürfel von innen hell beleuchtet. So schimmert es dem Betrachter in unterschiedlichen, für die jeweilige Sprache eigens ausgewählten Schrifttypen entgegen.

Etwa 20 Kuben werden im Veranstaltungsraum (Säulenkeller) des Museums aufgestellt werden und so ein ‚Wald aus Kuben‘ gebildet. Das Ganze stellt eine buchstäblich dunkle Umgebung dar, in der erleuchtete Schatten glühend strahlen.

Vera Röhm, geboren 1943 in Landsberg/Lech, Deutschland, wohnt und arbeitet in Darmstadt und auf Korsika.

Die Nacht ist der Schatten der Erde. 20 Kuben von 75 x 75 cm. Schwarz lackiertes Aluminium, gelaserter Text, von innen beleuchtet.

Dark II (two, too)

Lucinda Devlin: The Omega Suites

Dark II ist eine begleitende Ausstellung, kuratiert von Galerie m Bochum

¡DARK! wird von der Ausstellung Dark II begleitet, kuratiert von der Galerie m Bochum als Gast im Lichtkunstzentrum Unna.
In der begleitenden Ausstellung sind Fotografien aus Lucinda Devlins Serie The Omega Suites zu sehen. Die Frage nach ‚Licht’ und ‚Dunkelheit’ erhält in Devlins Werken eine weiterführende Bedeutung. Sie überschreiten den funktionalen Aspekt von Licht und verweisen auf eine metaphorische Ebene.

Die Künstlerin fotografierte zwischen 1991 und 1998 Hinrichtungsräume in den USA. Lucinda Devlin nahm Einblick in Gefängnisse mit Exekutionstrakten und zeigt sie in ihren Arbeiten als nüchterne und klare Räume. Die Fotografien evozieren beim Betrachter sowohl Schock als auch Faszination. Die Bilder von Gaskammern, elektrischen Stühlen sowie Todeszellen verstören und berühren den Betrachter zugleich. Devlins Fotografien regen zu einer Erkundung der Räume mit ihren eigentümlichen Interieurs, der artifiziellen Beleuchtung und ihrer grausam sachlichen Funktionalität an.

The Omega Suites reflektiert die dunkle Seite einer Gesellschaft, die sich als modern versteht. Die Fotografien der Serie spiegeln eine alttestamentarische, archaische und mittelalterliche Rechtsprechung – einen Widerspruch zur modernen Gesellschaft. Die Serie evaluiert Dunkelheit nicht nur auf moralischer Ebene, das Dunkle kann auch als Unsichtbarkeit oder blinder Fleck verstanden werden. Die Orte, welche in Devlins Fotografien sichtbar sind, bleiben dem öffentlichen Blick meist verborgen. Dieser Aspekt manifestiert sich in den zahlreichen Türen, Toren und Vorhängen, die in den Aufnahmen zu sehen sind. Devlin zeigt bewusst nur die Orte des Geschehens. Das Geschehen selbst bleibt für den Betrachter unsichtbar und obliegt seiner eigenen Vorstellungskraft.

Lucinda Devlin, geboren 1947 in Ann Arbor, USA, lebt und arbeitet aktuell in Indianapolis, USA.

Die Ausstellung wird gefördert durch:

   

 

 

 

Fotos: Frank Vinken, www.frankvinken.com.